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Actionbound - Smartphone-Abenteuer in der Praxis mit Kindern und Jugendlichen

E-BookEPUBePub WasserzeichenE-Book
173 Seiten
Deutsch
Neukirchener Verlagsgesellschafterschienen am26.09.20221. Auflage
Drei Actionbound-Profis erklären, wie Actionbounds - digitale Schnitzeljagden mit dem Smartphone - in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden können. Sie vermitteln nicht nur, was Actionbounds sind, wie sie funktionieren, welche medienpädagogischen Chancen sie bieten und wie der Einsatz mit den vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten rechtssicher gelingt. Die Profis erklären auch Schritt für Schritt, wie man fertige Bounds individuell anpassen und eigene Bounds erstellen kann. 10 erprobte Bounds ermöglichen einen leichten Einstieg, denn zum Buch gehört der Zugang zu den fertigen digitalen Bounds. Im Buch werden Ablauf sowie eine inhaltliche Anknüpfung vorgestellt. Die Themen sind z.B. Reformation, Kirchenraum- und Gemeindeerkundung oder Schöpfung und Klima. Ein praxisnaher Einstieg für alle, die die Welt der Actionbounds für die Kinder- und Jugendarbeit entdecken wollen - um Kinder und Jugendliche aktiv, digital und mobil an der Erschließung von Inhalten zu beteiligen. Für Haupt- und Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit und Religionspädagog:innen.

Miriam Hähnel, geb. 1975, ist Jugendbildungsreferentin in der Lippischen Landeskirche sowie Beraterin in Fragen der Arbeit mit Kindern und Mädchen.
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Verfügbare Formate
TaschenbuchKartoniert, Paperback
EUR22,00
E-BookEPUBePub WasserzeichenE-Book
EUR18,99

Produkt

KlappentextDrei Actionbound-Profis erklären, wie Actionbounds - digitale Schnitzeljagden mit dem Smartphone - in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden können. Sie vermitteln nicht nur, was Actionbounds sind, wie sie funktionieren, welche medienpädagogischen Chancen sie bieten und wie der Einsatz mit den vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten rechtssicher gelingt. Die Profis erklären auch Schritt für Schritt, wie man fertige Bounds individuell anpassen und eigene Bounds erstellen kann. 10 erprobte Bounds ermöglichen einen leichten Einstieg, denn zum Buch gehört der Zugang zu den fertigen digitalen Bounds. Im Buch werden Ablauf sowie eine inhaltliche Anknüpfung vorgestellt. Die Themen sind z.B. Reformation, Kirchenraum- und Gemeindeerkundung oder Schöpfung und Klima. Ein praxisnaher Einstieg für alle, die die Welt der Actionbounds für die Kinder- und Jugendarbeit entdecken wollen - um Kinder und Jugendliche aktiv, digital und mobil an der Erschließung von Inhalten zu beteiligen. Für Haupt- und Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit und Religionspädagog:innen.

Miriam Hähnel, geb. 1975, ist Jugendbildungsreferentin in der Lippischen Landeskirche sowie Beraterin in Fragen der Arbeit mit Kindern und Mädchen.
Details
Weitere ISBN/GTIN9783761567814
ProduktartE-Book
EinbandartE-Book
FormatEPUB
Format HinweisePub Wasserzeichen
FormatE101
Erscheinungsjahr2022
Erscheinungsdatum26.09.2022
Auflage1. Auflage
Seiten173 Seiten
SpracheDeutsch
Dateigrösse13175 Kbytes
Artikel-Nr.9907571
Rubriken
Genre9201

Inhalt/Kritik

Leseprobe

Medienpädagogische Grundlagen

Dieses Kapitel erläutert die wichtigsten medienpädagogischen Grundlagen, die du im Hinterkopf haben solltest, wenn du Actionbound in der Kinder- und Jugendarbeit nutzen möchtest. Falls dich das Thema über diese kompakten Erklärungen hinaus interessiert, schau doch mal in den Anhang dieses Buches, dort findest du im Kapitel Wenn du mehr willst spannende Literatur zur Vertiefung.
Digitalisierung - pädagogisch nutzbar?
Was für ein Gewinn war es, als Gutenberg im Übergang vom 15. zum 16. Jahrhundert den Buchdruck erfand, sodass Flugblätter, Zeitungen und Bücher in großen Mengen gefertigt werden konnten! 500 Jahre später wurde der Rundfunk als neues Massenmedium erfunden (1923), wenige Jahre später das Fernsehen (1935). Schließlich brachte der Computer (1941), nicht zuletzt mit der Möglichkeit, per Email (1971) zu kommunizieren, den nächsten großen Digitalisierungsschub. Mit der Entwicklung des Smartphones (1992) begann das nächste große Zeitalter. Zunächst waren die Geräte nicht gerade handlich und auch Internet gab es noch nicht mobil. Aber die Einführung des ersten iPhones (2007) hat unser Leben nachhaltig verändert. Denn die Palette der Anwendungsmöglichkeiten eines Smartphones geht weit über das mobile Telefonieren hinaus: So dient es z. B. als Kamera, Adressbuch, Diktiergerät, Wetterdienst, Spielekonsole, Lexikon und vieles mehr. Durch die Kombination aus technischer Ausstattung für virtuelle Spiele einerseits und Mobilität andererseits wurde die Bandbreite der Möglichkeiten für die Entwicklung Smartphone-basierter Spiele beinahe grenzenlos. In den Stores stehen Apps zu jedem Thema und Anwendungsgebiet bereit und viele von ihnen sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. In diesem Bewusstsein permanenter Verfügbarkeit von multimedialen Inhalten wachsen Kinder und Jugendliche auf. Das ist Chance und Herausforderung zugleich.

Die beiden maßgeblichen Studien für die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind die KIM-Studie (Kinder) und die JIM-Studie (Jugendliche). Laut JIM-Studie 2021 besitzen 97% der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren ein Smartphone. Laut der KIM-Studie wachsen Kinder zwischen 6 und 13 Jahren in digital sehr gut ausgestatteten Haushalten auf. Fernsehgeräte, Computer, Internetzugang und Smartphone sind in 95% der Haushalte verfügbar. 50% der Kinder besitzen sogar ein eigenes Smartphone. Diese Tendenz wurde in der Corona-Zeit noch weiter verstärkt. Auch mobiler Internetzugang und WLAN an öffentlichen Orten wurden und werden immer weiter ausgebaut. Das führt dazu, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene immer mehr Zeit im digitalen Raum verbringen. Längst prägen Menschen, die auf Displays starren und die Welt um sich herum scheinbar vergessen, das Bild in Innenstädten, öffentlichen Verkehrsmitteln aber auch in Wäldern und Parks. Das medienkritische Urteil ist schnell gefällt: typisch! Alles muss digital sein. Im Hier und Jetzt ist kaum noch jemand unterwegs.

Aber vielleicht sind einige dieser Menschen gar nicht ausschließlich in der virtuellen Welt unterwegs, sondern nutzen das Smartphone für ein Bildungsangebot? Gamification ist hier das Schlüsselwort. Es beschreibt die Verwendung von Spielen in herkömmlich eher spielfreien Kontexten. Der Begriff ist vom englischen Wort game (Spiel) abgeleitet. Aber was ist damit genau gemeint?
Spiele haben eine ungeheure Kraft zu begeistern, Eindrücke zu verarbeiten, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit zu fördern und damit auch die Resilienz zu stärken. Sie fördern Teamgeist und erzählen Geschichten. Außerdem lernen Spielende quasi nebenbei. Und das ist auch schon der Hauptaspekt von Gamification: Hier wird spielend gelernt und Wissen vermittelt. Wenn wir diese Beschreibung zugrunde legen, dann geschieht in der Kinder- und Jugendarbeit genau dasselbe. Gamification ist ein wichtiges Element unserer Arbeit - und wir können es auch in der digitalen Welt für unsere Arbeit nutzen. Kritische Stimmen mögen sich melden und sagen, dass sei nicht nötig, vielmehr sei ein Gegenpol zur Digitalisierung gut. Wir denken: Beides ist richtig. Unsere Arbeit kann Gegensätze verbinden. Nutzen wir die Chance, die digitale Welt mit der realen Welt zu verbinden, und nutzen wir die Potenziale der digitalen Medien. Neben Kommunikation und (auf vielfältige Art möglicher) Kooperation, Aktualität der Inhalte und der Möglichkeit, diese Inhalte auf bestimmte Zielgruppen zuzuschneiden, liegt auch in Partizipation und Subjektorientierung eine sehr große Chance, die unseren Strukturen guttut (s. dazu auch Kap. Kreativität - Partizipation - Subjektorientierung ).
Die eingangs genannten Zahlen zeigen zudem, dass die Angst, einzelne Kinder/Jugendliche könnten ausgegrenzt werden, weil sie kein Smartphone besitzen, unbegründet ist. Diese Sorge muss uns also von der Nutzung von Actionbound nicht abhalten. Da viele Jugendliche eine Daten-Flat haben, ist in der Regel auch die Nutzung mobiler Daten kein Problem mehr. Einzig die Netzabdeckung kann - je nach Region - etwas schwierig werden, weswegen es sich lohnt, die Route eines Bounds im Vorfeld einmal selbst zu gehen.

Es geht darum, digitale Medien nicht pauschal zu verteufeln, sondern sie ernst zu nehmen. Wenn wir das tun, arbeiten wir schon medienpädagogisch. Das ist wichtig, denn wie bereits erwähnt wachsen die Kinder und Jugendlichen in einer Zeit auf, in der sich digitale Angebote gegenseitig überbieten. Hier einen ausgewogenen Umgang zu finden, ist für uns Erwachsene nicht immer leicht. Daher ist es wichtig, sich mit dem Thema Medienpädagogik verantwortungsvoll auseinanderzusetzen. Verantwortung heißt hier, digitale Möglichkeiten zu integrieren, sie Teil unserer Arbeit werden zu lassen - alltagstauglich, nicht antiquiert und dennoch nicht allein im Fokus stehend.
Medienpädagogik - Was ist das?
Was sind Medien? Schauen wir auf den Wortstamm, so wird der Begriff aus dem Lateinischen abgeleitet: Medium bedeutet etwa Mitte, Mittelpunkt . Thomas Mock beschreibt Medien als ein vermittelndes Element, z. B. Sprache, Schrift, Bilder, Skulpturen: Medien sind das, was zwischen die Menschen tritt und sie miteinander verbindet. 2 Medien sind also Vermittler von etwas. Grundsätzlich vermitteln Medien soziale Austauschprozesse und machen sie dadurch wahrnehmbar. Auch wie etwas vermittelt wird, hat Einfluss auf die Botschaft. Medien sind daher nicht nur Werkzeug, sondern sollen auch kritisch betrachtet werden. Hier setzt die Medienpädagogik an.

Die Frage ist also nicht unbedingt: Brauchen wir Medienpädagogik in der Kinder- und Jugendarbeit? Im Grunde haben wir sie längst, denn wir arbeiten schon mit Medien und setzen sie in unserer Arbeit ein. So nutzen wir zum Erzählen von biblischen Geschichten die verschiedensten Medien zur Veranschaulichung. Wir nutzen kreative und spielerische Medien, um die Inhalte zu vertiefen. Wir prägen Kinder und Jugendliche mit unserer Arbeit. Dadurch geschieht Mediensozialisation und wir prägen ihre Medienkompetenz.
Die Frage lautet vielmehr: Wie können wir Medienpädagogik methodisch verantwortungsvoll in die Kinder- und Jugendarbeit einbinden? Das bedeutet, dass wir den Einsatz von Medien bewusst gestalten und kritisch prüfen. Das meint nicht, dass wir Medien nur sparsam oder überhaupt nicht einsetzen sollen - kritisch ist hier im ursprünglichen Wortsinn gemeint als die Prüfung der relevanten Aspekte auf ihren möglichen Nutzen und Schaden hin.
Schauen wir uns also die Medienpädagogik in ihren Aspekten einmal genauer an. Die Medienpädagogik ruht auf fünf wesentlichen Säulen: der Mediensozialisation, der Medienerziehung, der Mediendidaktik, der Medienbildung und der Medienkompetenz.

Kinder und Jugendliche werden in ihrer Sozialisation von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Mediensozialisation geschieht durch die aktive Nutzung von Medien. Das Smartphone mit all seinen Möglichkeiten ist ein Teil des alltäglichen Lebens geworden. Es ersetzt viele analoge Medien und wird dadurch ein bestimmender Faktor in der Mediensozialisation jedes Menschen. Wissenschaftliche Untersuchungen widmen sich dem Einfluss von Medien und dessen Auswirkungen auf die Sozialisation. Die Kinder- und Jugendarbeit ist ein außerschulischer Lernort und Mitarbeitende sind Lehrende (und Lernende!) in der außerschulischen Bildungsarbeit. Für einen reflektierten Medieneinsatz in der Kinder- und Jugendarbeit spielt die Mediensozialisation insofern eine Rolle, als Mitarbeitende selbstkritisch den eigenen Umgang mit Medien hinterfragen und die eigene Mediensozialisation reflektieren sollten: Hat man eine eher ängstliche Grundeinstellung, weil die Medienvielfalt und insbesondere die digitalen Medien überfordern? Ist man eher neugierig, probiert aus und lernt über try and error ? Oder ist man vorsichtig, weil man sich nicht so gut auskennt? All diese Gefühle sind berechtigt - und sie haben ihren Ursprung meist in den Erfahrungen, die wir in unserem unmittelbaren Umfeld gemacht und an anderen beobachtet haben. So sind wir als Mitarbeitende einerseits geprägt durch unsere eigene Mediensozialisation und beeinflussen andererseits die Kinder und Jugendlichen in unseren Gruppen in ihrem Umgang mit Medien. Wir sind Vorbilder. Kinder und Jugendliche suchen sich Vorbilder und brauchen sie, um ihren eigenen Weg zu finden. Wir prägen sie, auch in ihrer Medienkompetenz.

Medienerziehung findet über den Einsatz von Medien in Bildungseinrichtungen statt. Sie erfolgt zielgerichtet. Durch die aktive Auseinandersetzung mit Medien werden Bildungsziele erreicht, z. B. zum Umgang mit Fakenews. Zugleich geschieht Medienerziehung jedoch auch unbewusst und gleichsam...
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Autor

Miriam Hähnel, geb. 1975, ist Jugendbildungsreferentin in der Lippischen Landeskirche sowie Beraterin in Fragen der Arbeit mit Kindern und Mädchen.Katrin Rouwen, geb. 1976, ist Gemeindepfarrerin in Wetter/Hessen und entwickelt das Projekt "Spielkirche".
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