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Der dunkelste Fluch

E-BookEPUBePub WasserzeichenE-Book
280 Seiten
Deutsch
Drachenmond Verlagerschienen am28.10.2020
'Maître, Ihr seid der Mächtigste hier, aber Sebastien wird noch tausendmal mächtiger als Ihr.' Nach dem Tod seiner Mutter litt Sebastien de Beauvais unter seinem Stiefvater und entkam nur knapp dem Tod. Heute sollte er einer der mächtigsten Hexer der Welt sein, doch seine Kräfte schwinden und er ist auf einen Trank angewiesen, der seine Magie auflädt - oder auf Alex, deren Gegenwart dasselbe bewirkt. Ausgerechnet die Frau, die Gefühle liest, anstatt sie zu fühlen, lockt in ihm Emotionen hervor, die bei seiner Berufung ausgelöscht wurden. Alexandra Foster stieß durch eine Verkettung von Zufällen zu der Gruppe junger Hexen. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie Freunde, gehört dazu. Doch als die Bedrohung durch die Dunkelmagier ansteigt, erkennt sie, dass ihre besondere Art, die Welt zu sehen, der Schlüssel zu etwas ist, was die Hexenwelt lange nicht mehr gesehen hat ...

Stefanie Hasse lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem Chihuahua Loki zwischen Hunderten von Büchern. Wenn sie nicht gerade an phantastisch-romantischen oder spannenden Geschichten arbeitet, um ihre Leser ein weiteres Mal mit unvorhergesehenen Wendungen zu überraschen, taucht sie nur allzu gerne in fremde Buchwelten ab oder sucht bei ausgiebigen Spaziergängen nach jedem Funken Magie in unserer Welt.
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Verfügbare Formate
BuchKartoniert, Paperback
EUR12,90
BuchKartoniert, Paperback
EUR14,90
E-BookEPUBePub WasserzeichenE-Book
EUR8,99

Produkt

Klappentext'Maître, Ihr seid der Mächtigste hier, aber Sebastien wird noch tausendmal mächtiger als Ihr.' Nach dem Tod seiner Mutter litt Sebastien de Beauvais unter seinem Stiefvater und entkam nur knapp dem Tod. Heute sollte er einer der mächtigsten Hexer der Welt sein, doch seine Kräfte schwinden und er ist auf einen Trank angewiesen, der seine Magie auflädt - oder auf Alex, deren Gegenwart dasselbe bewirkt. Ausgerechnet die Frau, die Gefühle liest, anstatt sie zu fühlen, lockt in ihm Emotionen hervor, die bei seiner Berufung ausgelöscht wurden. Alexandra Foster stieß durch eine Verkettung von Zufällen zu der Gruppe junger Hexen. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie Freunde, gehört dazu. Doch als die Bedrohung durch die Dunkelmagier ansteigt, erkennt sie, dass ihre besondere Art, die Welt zu sehen, der Schlüssel zu etwas ist, was die Hexenwelt lange nicht mehr gesehen hat ...

Stefanie Hasse lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem Chihuahua Loki zwischen Hunderten von Büchern. Wenn sie nicht gerade an phantastisch-romantischen oder spannenden Geschichten arbeitet, um ihre Leser ein weiteres Mal mit unvorhergesehenen Wendungen zu überraschen, taucht sie nur allzu gerne in fremde Buchwelten ab oder sucht bei ausgiebigen Spaziergängen nach jedem Funken Magie in unserer Welt.
Details
Weitere ISBN/GTIN9783959911689
ProduktartE-Book
EinbandartE-Book
FormatEPUB
Format HinweisePub Wasserzeichen
FormatE101
Erscheinungsjahr2020
Erscheinungsdatum28.10.2020
Seiten280 Seiten
SpracheDeutsch
Dateigrösse1360 Kbytes
Artikel-Nr.10453373
Rubriken
Genre9201

Inhalt/Kritik

Leseprobe







1


Sebastien

Sechs Jahre zuvor





Luft! Ich brauchte Luft! Der beißende Gestank des Todes ging von den rot leuchtenden Händen aus, die um meinen Hals lagen. Die Ränder meines Sichtfelds verschwammen bereits, meine Augen fühlten sich an, als würden sie aus den Höhlen quellen. Ich wollte schreien, um Hilfe rufen, doch die schattenhaften Finger schlangen sich so eng um meine Kehle, dass es unmöglich war. Ich strampelte mit den Beinen, versuchte die Schattenprojektion, ein zu Schatten gewordener Wille, zu greifen, um mich zu befreien, doch meine Finger glitten durch sie hindurch. Jeder Muskel in meinem Körper spannte sich an, verkrampfte angesichts des Sauerstoffmangels. Mein Blick ruckte hin und her, ich suchte nach der Hexe, deren Zauber mich gerade töten wollte. Doch da war niemand. Mein Zimmer war leer. So leer wie immer. Es gab nur den improvisierten Schreibtisch und den wackeligen Stuhl mit den Löchern im Polster davor. An den Wänden rollte sich die Tapete ab, brachte den rauen, vergilbten Putz der alten Abstellkammer zum Vorschein, in die ich nach Mamans Tod hatte ziehen müssen.

Schwarze Schlieren zogen sich über alles, was ich sah. Mein Körper bäumte sich ein letztes Mal auf, instinktiv suchte ich nach der Magie in mir, wusste genau, welche Sigille mich retten könnte. Doch vor dem Ritual der Sigillenvergabe konnte ich keinen Zauber wirken. Es war mir ohne das mittels Magie in die Haut an meinem Handgelenk eingebrannte Zeichen schlichtweg unmöglich.

Ich liebe dich, Maman, flüsterte ich in Gedanken. Und ich vermisse dich so sehr.

Die Schwärze kroch von allen Seiten näher, während mein rasender Herzschlag den letzten Sauerstoff durch meinen Körper pumpte. Mein Magen hob sich.

Ich fiel.

Schweißgebadet lag ich in meinem Bett, das löchrige Laken, das ich als Bettdecke nutzte, klebte an mir wie eine durchnässte zweite Haut. Keuchend setzte ich mich auf und fuhr mit den Fingerspitzen über meine Kehle, die sich noch immer eng anfühlte, so trocken, als hätte ich tagelang nichts getrunken. Gierig sog ich die Luft ein, mein Blick irrte dabei noch immer halb in dem Albtraum steckend durch die Kammer, suchte nach der Schattenprojektion oder der Hexe, die sie gewirkt hatte. Erst nachdem sich mein Puls normalisierte und ich die letzten Fetzen des Traums von mir gerissen hatte, schob ich das fadenscheinige Laken zur Seite und schwang die Beine aus dem Bett. Ein Blick aufs Display des Weckers auf dem Turm an Büchern neben dem Kopfende, der Nachttisch und Lesestoff zugleich war, sandte ein Hochgefühl durch meine Adern. Heute war der wichtigste Tag meines Lebens!

Von puren Endorphinen getragen, holte ich frische Kleidung aus dem Schrank und zog sie mir über, während ich darüber nachdachte, aus welchem Grund mein Unterbewusstsein den Kleiderschrank aus meinem Traum gelöscht hatte. Alles andere sah aus wie in meinem Albtraum. Die abblätternde Tapete, das winzige Fenster, das einst die Vorräte belüftet hatte. Warum war der Schrank nicht dort gewesen?

Ich hatte zahlreiche Bücher über die Magie der Träume gelesen, wusste, dass sie für viele Hexen die einzige Möglichkeit waren, ihrer schwach ausgeprägten prophetischen Gabe, die laut Legenden einst jeder Hexe zu eigen war, eine Stimme zu geben. Ich sah zu meinem Bett, dessen Holz schon wurmstichig war und mehr Schrammen besaß als lackierte Stellen, zum Schrank, der nicht besser aussah. Meine Kehle wurde erneut enger, als mein Kopf die Bilder des Traumes wiederholte. Ich schüttelte sie ab und verließ mein Zimmer.

Es war, wie eine andere Welt zu betreten, von einem Albtraum in die wunderschöne Realität zu gleiten. Jenseits meiner Kammer war nichts kaputt, wurmstichig oder fadenscheinig. Maison de Beauvais wurde mit Magie intakt gehalten. Einfache Trugbilder sorgten für den finalen Glanz. Auch ohne Licht warfen die Kristallleuchter der hohen, mit Stuckleisten in Rauten geteilten Decke Glitzereffekte auf das polierte hölzerne Geländer der Galerie, über die ich zum Badezimmer gehen musste. Auch hier funkelte alles. Mein Stiefvater duldete kein einziges Staubkorn, keinen einzigen Kalkfleck.

Die Wassertropfen, die noch im Marmorwaschbecken und in der Dusche funkelten, und der Dunst, der mein Spiegelbild leicht verzerrte, verschwanden nur wenig später in einem zart blau schimmernden Lufthauch der Magie, kaum dass ich aus der Dusche stieg. Binnen eines Wimpernschlags war alles blitzblank - wie in einem Werbespot der Untalentierten für Reinigungsmittel.

Ich fixierte mein Spiegelbild, versprach dem zwölfjährigen Jungen mit den dunklen Locken, die sich vom Duschen noch kräuselten, dass sich heute alles verändern würde. Dass er nach der Magieprüfung und der Sigillenvergabe endlich auch Teil der magischen Welt war und nicht länger verabscheuungswürdig. Ich sah dem Jungen ins Gesicht, versprach ihm, dass wir Maman stolz machen und Gutes mit unserer Magie tun würden.

Die Augen meines Spiegelbildes glänzten verdächtig, während der Schmerz in meiner Brust immer stärker wurde. Ich vermisste sie so sehr. Sie hätte an diesem Tag an meiner Seite sein sollen, am wichtigsten Tag einer jeden Junghexe! Nun war es meine eigene Hand, die nach der meines Spiegelbilds griff. Entgegen meiner Erwartung war die Stelle warm wie von einer echten Berührung. Ich atmete noch ein letztes Mal tief durch, sammelte wie jeden Morgen Kraft, meinem Stiefvater gegenüberzutreten.

Während ich das Badezimmer verließ, wischte die Magie meinen Handabdruck weg und es war, als wäre ich nie hier gewesen.

Vor Betreten des Speisesaals wappnete ich mich innerlich für eine Standpauke, weil ich zu spät aufgestanden war, doch es blieb still im Raum. Zögernd ging ich hinein, sah vom reich gedeckten Esstisch auf den leeren Platz an der Stirnseite, an dem sonst mein Stiefvater saß und mit vorwurfsvollem, fast abfälligem Blick aufsah. Irritiert blieb ich stehen, bis Florence im Durchgang zur Küche erschien.

»Was stehst du hier herum, Sebastien?«, fragte unsere Haus­hälterin mit einem dampfenden Kännchen in der Hand und lächelte mich an. »Hast du keinen Appetit? Du musst essen, Junge! Der Tag wird anstrengend!«

Sie scheuchte mich zu meinem Platz und belud meinen Teller, ehe sie mir den heißen Kakao mit Milchschaum in meine Bol goss und sich dann neben mich setzte.

»Wo ist Papa?«, fragte ich irritiert, weil ich mich nicht erinnern konnte, wann er das letzte Mal nicht am Tisch gesessen hatte, wenn ich aufgestanden war. Das Licht fiel in bunten Schlieren durch die Bleiglasfenster auf seinen unbesetzten Platz, als wollte selbst die Sonne mir zeigen, dass heute etwas anders war.

»Er ist schon runter in den Keller gegangen, um die letzten Vorbereitungen für deinen großen Tag zu treffen. Und jetzt iss!«, forderte sie erneut und tupfte sich mit einem zerknitterten Stofftuch den Schweiß von der faltigen Stirn. Auch wenn sie eine Hexe war, nutzte sie nie Magie für sich selbst. Sie glättete weder die Falten in ihrem Gesicht noch tönte sie ihr silbergraues Haar. Auch wenn einige Zirkel­mitglieder genauso alt waren wie sie, war sie die älteste Frau, die ich kannte. Mit Abstand.

Ich folgte ihrem Befehl und biss in meine Brioche, ehe ich die Bol zum Mund führte und der cremige Kakao meine Geschmacks­knospen explodieren ließ.

»Ich habe deinen Umhang frisch gemacht. Er bestand ja nur noch aus Löchern! Wird Zeit, dass du hexen kannst und in deiner Kammer für Ordnung sorgst.« Florence seufzte theatralisch auf. Es lag nicht an mir, dass jedes Ungeziefer in meiner Kammer landete. Da der Rest von Maison de Beauvais durch Magie geschützt war, blieb den Motten, Spinnen, Kellerasseln und wer weiß, was noch, gar nichts anderes übrig, als bei mir Asyl zu suchen. Ich hatte mich in den letzten beiden Jahren mit ihnen gezwungenermaßen arrangiert. Nachdem mein Stiefvater mich ausgelacht hatte, als ich kurz nach Mamans Tod um Hilfe geschrien hatte, weil eine - zumindest in meiner Erinnerung - handflächengroße haarige Spinne über den nackten Betonboden spaziert war.

Ich hatte eben den letzten Schluck Kakao getrunken, da rückte Florence ihren Stuhl nach hinten und scheuchte auch mich auf.

»Bist du bereit für den Tag der Tage?« Sie zwinkerte mir zu und ich erhob mich, während Florence schon den Umhang von der Kommode an der Wand holte. Sie hatte ihn tatsächlich geflickt, ich sah keine Löcher oder fadenscheinige Stellen mehr. Sie legte mir mit einem stolzen Lächeln die Robe um, zupfte sie zurecht und schloss mit einer Brosche an meinem Hals den Stoff. Ein wohliges Gefühl wärmte meine Brust von innen. »Du wirst ein großer Hexer werden, Sebastien. Da bin ich mir ganz sicher.«

Sie tätschelte meine Wange und ich war kurz davor, mich in die warme Handfläche zu schmiegen, so sehr sehnte ich mich nach ihrer Fürsorge und Zuneigung. Sie drückte mich noch an ihre Brust, ich roch für einen Moment nichts anderes als Flieder, ehe sie mich von sich schob und mir tief in die Augen sah. »Du darfst nie vergessen, dass ich dich immer lieben werde wie einen Enkel, auch wenn du keine Magie im Blut haben solltest. Verstanden?«

Sie wartete so lange, bis ich nickte.

Sosehr mich ihre Aussage auch von innen heraus wärmte, so sehr wusste ich, dass ich in den Augen meines Stiefvaters noch untauglicher wäre als...


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Autor

Stefanie Hasse lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem Chihuahua Loki zwischen Hunderten von Büchern. Wenn sie nicht gerade an phantastisch-romantischen oder spannenden Geschichten arbeitet, um ihre Leser ein weiteres Mal mit unvorhergesehenen Wendungen zu überraschen, taucht sie nur allzu gerne in fremde Buchwelten ab oder sucht bei ausgiebigen Spaziergängen nach jedem Funken Magie in unserer Welt.