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Artist - Royalist - Anarchist

Das abenteuerliche Leben des Baron Detlev Freiherr von Liliencron 1844-1909
BuchKartoniert, Paperback
361 Seiten
Deutsch
Bautzerschienen am01.07.1994
Der Nachlass Detlev von Liliencrons und die in ihm gesammelten Materialien gehören zweifellos zu den wertvollsten Beständen der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek. Doch worin bestand ihr Wert, wer beachtet sie schon? Wer kennt denn überhaupt noch jenen Dichter, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts viel bewundert als der große Anreger der Jungen, als Entdecker und Förderer der nachwachsenden Generation galt? Es ist symptomatisch', dass die Antwort nicht von einem gestandenen Fachvertreter stammt, dass die hier vorgelegte Vorstellung des norddeutschen Autors anläßlich seines 150. Geburtstags nicht - wie eigentlich zu erwarten - ein Hamburger Literaturwissenschaftler ins Werk gesetzt hat; nicht einmal ein Privatgelehrter oder pensionierter Studienrat konnte für diese Aufgabe gewonnen werden, sondern eine kleine Gruppe von Studentinnen und Studenten des Literaturwissenschaftlichen Seminars in Hamburg fing Feuer und war bereit, das Wagnis zu übernehmen. Sicherlich, vor einigen Semestern hatte ich mit einer Übung, die die Schriftstellernachlässe in Hamburger Bibliotheken zum Gegenstand hatte, die Spur gelegt, aber die Initiative und ideenreiche Umsetzung des Plans einer Liliencron-Ausstellung ging allein von den Studierenden selbst aus; sie verfassten auch - Information und Provokation munter mischend - diesen Katalog. Damit haben sie einen Ton gefunden, der mir einem Dichter, der in heutiger Zeit keine einhellige Bewunderung mehr finden kann und dennoch Bedeutendes geleistet hat, angemessen zu sein scheint. Und das ist sicherlich kein Zufall: Erst diese junge Generation hat Wege gefunden, mit den Widersprüchen und den zwiespältigen Eindrücken, die eine intensivere Beschäftigung mit Leben und Werk Detlev von Liliencrons hinterlässt, umzugehen; sie erstarrt weder in hagiographischer Bewunderung, noch ist sie bereit zu vorschneller Verdammung: Gerade die Risse, das Halbfertige oder die Brüche erscheinen interessant, Liliencrons Sinn für das Unkonventionelle, seine mangelnde Bereitschaft zu Harmonie in widerspruchsvoller Zeit, sein Hang, jedem Kompromiss, jedem Arrangement wenn irgend möglich auszuweichen. Um das zu sehen und zu dokumentieren, ist eine gehörige Portion Unvoreingenommenheit und Unbekümmertheit Voraussetzung, eine Neugier, die auch vor den heute fragwürdigen Seiten des Dichters nicht zurückschreckt. Und selbstverständlich muss mit diesem unbekümmerten Herangehen an die Materialien, die in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek archiviert sind, einhergehen die nötige Sensibilität für literarische Qualitäten, denen selbst die Entwicklung der letzten 100 Jahren nichts anhaben konnten. Über alles das verfügten die drei Bearbeiter diese Katalogs. Das war ihre Chance, die noch heute faszinierende Gestalt eines vor anderthalb Jahrhunderten geborenen Dichters vorzustellen und den Wert der literarischen Hinterlassenschaft Liliencrons näher zu bestimmen; und ich meine, die drei haben diese Chance vollauf genutzt.Gunter Martensmehr
Verfügbare Formate
BuchKartoniert, Paperback
EUR48,00
E-BookPDFDRM AdobeE-Book
EUR41,00

Produkt

KlappentextDer Nachlass Detlev von Liliencrons und die in ihm gesammelten Materialien gehören zweifellos zu den wertvollsten Beständen der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek. Doch worin bestand ihr Wert, wer beachtet sie schon? Wer kennt denn überhaupt noch jenen Dichter, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts viel bewundert als der große Anreger der Jungen, als Entdecker und Förderer der nachwachsenden Generation galt? Es ist symptomatisch', dass die Antwort nicht von einem gestandenen Fachvertreter stammt, dass die hier vorgelegte Vorstellung des norddeutschen Autors anläßlich seines 150. Geburtstags nicht - wie eigentlich zu erwarten - ein Hamburger Literaturwissenschaftler ins Werk gesetzt hat; nicht einmal ein Privatgelehrter oder pensionierter Studienrat konnte für diese Aufgabe gewonnen werden, sondern eine kleine Gruppe von Studentinnen und Studenten des Literaturwissenschaftlichen Seminars in Hamburg fing Feuer und war bereit, das Wagnis zu übernehmen. Sicherlich, vor einigen Semestern hatte ich mit einer Übung, die die Schriftstellernachlässe in Hamburger Bibliotheken zum Gegenstand hatte, die Spur gelegt, aber die Initiative und ideenreiche Umsetzung des Plans einer Liliencron-Ausstellung ging allein von den Studierenden selbst aus; sie verfassten auch - Information und Provokation munter mischend - diesen Katalog. Damit haben sie einen Ton gefunden, der mir einem Dichter, der in heutiger Zeit keine einhellige Bewunderung mehr finden kann und dennoch Bedeutendes geleistet hat, angemessen zu sein scheint. Und das ist sicherlich kein Zufall: Erst diese junge Generation hat Wege gefunden, mit den Widersprüchen und den zwiespältigen Eindrücken, die eine intensivere Beschäftigung mit Leben und Werk Detlev von Liliencrons hinterlässt, umzugehen; sie erstarrt weder in hagiographischer Bewunderung, noch ist sie bereit zu vorschneller Verdammung: Gerade die Risse, das Halbfertige oder die Brüche erscheinen interessant, Liliencrons Sinn für das Unkonventionelle, seine mangelnde Bereitschaft zu Harmonie in widerspruchsvoller Zeit, sein Hang, jedem Kompromiss, jedem Arrangement wenn irgend möglich auszuweichen. Um das zu sehen und zu dokumentieren, ist eine gehörige Portion Unvoreingenommenheit und Unbekümmertheit Voraussetzung, eine Neugier, die auch vor den heute fragwürdigen Seiten des Dichters nicht zurückschreckt. Und selbstverständlich muss mit diesem unbekümmerten Herangehen an die Materialien, die in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek archiviert sind, einhergehen die nötige Sensibilität für literarische Qualitäten, denen selbst die Entwicklung der letzten 100 Jahren nichts anhaben konnten. Über alles das verfügten die drei Bearbeiter diese Katalogs. Das war ihre Chance, die noch heute faszinierende Gestalt eines vor anderthalb Jahrhunderten geborenen Dichters vorzustellen und den Wert der literarischen Hinterlassenschaft Liliencrons näher zu bestimmen; und ich meine, die drei haben diese Chance vollauf genutzt.Gunter Martens
Details
ISBN/GTIN978-3-88309-049-8
ProduktartBuch
EinbandartKartoniert, Paperback
Verlag
Erscheinungsjahr1994
Erscheinungsdatum01.07.1994
Reihen-Nr.12
Seiten361 Seiten
SpracheDeutsch
Gewicht550 g
Illustrationen71 Abb.
Artikel-Nr.16086587
Rubriken

Inhalt/Kritik

Inhaltsverzeichnis
INHALTInhaltVorwort1.Artist Royalist AnarchistII. Exklusiv-InterviewIII. Liliencron - Eine Ansichtssache- Die Prachtkerls und der böse Wolff- Der Dichter als Erbsensuppenkasper- Die nackte Wahrheit- Der Revolutionsführer mit der blauen Blume in der Hand- Der Freiherr und der Fürst- Keine Bertha von Suttner oder ein Held in schlaffen Zeiten- Die Braunen und die Schwarzen- Die Zweifelhaftigkeit der Geister- Noch einmal Tumult um Liliencron?IV. ,Eine neue Epoche. Und ich marschiere mit" Liliencron und die literarische Opposition- ,Natureinsamkeit bei brausender Weltstadt' Neue Lebensformen in und um Berlin- ,Ich schreie vor Lust!!!"- Der Kreis um Richard Dehmel und Stanislaw Przybyszewski- August Strindberg- Der ,Hart-Kreis"- Arno Holz- Berlin oder München?- Berlin konsequent- Hermann Conradi- Der Realismus vor GerichtV. ,Peter Hille kommt durch." Liliencron und Peter HilleVI. ,Furcht? Quatsch!" Liliencron in den Zeiten der CholeraVII. ,Nie lernt ich im Leben fasten noch sparen." Liliencron als Schlemmer, Schnorrer, Schürzenjäger- Noblesse oblige- ,Solange die Beefsteaks reichen- ,Bettelbriefe zu schreiben, ist mir nicht gegeben!"VIII. ,Daß ich ihm helfe. ist selbstverständlich." Ida Auerbach-Dehmel als Liliencrons MäzeninIX. Liliencron und das ,Überbrettl"X. Ein musikalischer Lyriker im deutschen Liederwald Liliencron und die modernen Tonselzer- ,Rübezahls Kunstlerkopf' Liliencron und Johannes Brahms- ,Platz da, Platz da, Gesindel, ein König kommt!" Liliencron und Hugo Wolf- ,Ich rieche etwas: Ihr Triumphzug beginnt." Liliencron und Hans Pfitzner- ,Die Musik kommt"Oscar, Eugen, Alexander, Conrad und die anderenXI. On the road. Liliencron als Reisender in Sachen Literatur- ,Kinder, wie entzückend wars bei Euch!" Liliencron in Prag- ,Der göttliche Detl sitzt neben mir" Liliencron in WienXII. Wie Liliencron Maler wurde (rüdiger schütt)KatalogLebensdatenLiteraturverzeichnisAbbildungsverzeichnisAbkürzungsverzeichnismehr

Autor

Rüdiger Schütt studierte Germanistik und Philosophie. Er organisierte Ausstellungen über Hamburger Künstler des 20. Jahrhunderts und gründete 1996 den Kleinverlag edition fliehkraft.Gunter Martens, geboren in Hamburg. Studium der Germanistik, Philosophie und klassischen Philologie an den Universitäten Hamburg und Münster. Promotion 1968 über den Lebenskult im Expressionismus. Ab 1960 wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann Wissenschaftlicher Rat an der Universität Hamburg. 1977 Berufung als Professor für deutsche Literaturwissenschaft an das Literaturwissenschaftliche Seminar (später: Seminar für Germanistik II) der Universität Hamburg. Emeritierung 1999.